Termin

Titel:
KünstlerInnensymposium - eu-art-network
Kalender:
eu-art-network
Datum:
11:00 27.08.2020 - 21:00 05.09.2020
Autor:

Kapazität:
Unlimitiert
Teilnehmer:
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Beschreibung

„ich.....WIR....&....die anderen...“

oder der Nationalismusals eine weltumspannende Engstirnigkeit

„Ich bin nicht, was ich bin... “ war der Titel desKunstsymposiums 2019 und beschäftigte die teilnehmenden Künstlerinnen undKünstler mit der daraus resultierenden Frage: „...was bin ich dann...?“ undführt unweigerlich zu der weiteren Frage: „Wer sind WIR eigentlich..?“.

Die Beschäftigung mit Identität und daraus folgend mit demNationalismus in der Gesellschaft, wäre ursprünglich das Kernthema unseresSymposiums 2020 gewesen. Jedoch eroberte ein Virus weltweit die Schlagzeilenund relativierte bis zum heutigen Tag alle uns vertrauten Probleme.

Entsprechend dieser tiefgreifenden Ereignisse haben wir unsentschlossen, den Fokus in unserem heurigen Symposium auf ein komplexeresThemenfeld auszudehnen. Dabei bleibt das Thema Nationalismus nicht aus, gewinntes doch gerade in dieser krisengeplagten Zeit durchwegs an Bedeutung. NationaleGeschlossenheit wird zum neuen Credo erhoben und der Vergleich von Statistikenüber Erkrankte und Tote zum politischen Profilierungskampf.

„Shutdown“ heißt das Zauberwort, das uns täglich begleitet, unduns staunen lässt, wozu Politik imstande ist. Plötzlich ist man mit Verordnungenund drastischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Maßnahmen konfrontiert,die niemand für möglich gehalten hätte. Anfänglich verbreitete Angst undSchrecken führte in einer ersten Phase des Verständnisses zu Hoffnungsschimmer,aber zunehmend auch zu Zweifel. Die Hoffnung, basierend auf dem Prinzip, dassKrise als Chance gesehen werden könne, weiß scheinbar die Politik für sich zunützen und die Zweifel, dass Verordnungen und Maßnahmen, subtil platziert, auchanhalten könnten, verbleiben in der Gesellschaft.

Die Frage scheint berechtigt, ob die Welt nicht gerade eineLektion in Sachen Abschaffung der Grundrechte und Demokratie erlebt, wennoffene, divergierende Meinungen vermieden werden und uns in einem medialenGleichklang erklärt wird, was gerade der Stand der Wahrheit ist, wo selbstExperten nicht einmal gleicher Meinung sind.

In offenen, liberalen Gesellschaften nimmt der Diskurs einenbreiten Raum ein, aber in sogenannten „postfaktischen“ Gesellschaften dominierensichtlich „fake news“. Begriffe wie Liberalismus oder Offenheit werden in ihrerBedeutung relativiert. Nationalismen als Relikt einesur-instinktiven Gefühls, dominiert von Leidenschaft und Vorurteilen, breitensich aus und münden bestenfalls inein konservatives, wenn nicht sogar in ein restriktives Gesellschaftskonstrukt.

Es warenimmer wieder aufkeimende Nationalismen, die in Kriege, Zerstörung, Vernichtungund Vertreibungen mündeten und umgekehrt, dass Krisen und Katastrophen ein nationalistischesGedankengut förderten.

Indiesem Zusammenhang ist es interessant der Frage nachzugehen, ob Nationalismusnur der Versuch ist, vor der Zukunft in die Vergangenheit zu fliehen, wie esManfred Rommel ausdrückt oder wie Ernst Ferstl zitiert: „... eine weltumspannendeEngstirnigkeit “...wenn nicht sogar, gepaart mit der Krise, ein Testlauf füreinen bevorstehenden Autoritarismus...?!

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